Vermarktung
Vielerorts sind die
Winzer in Weingenossenschaften organisiert. Die Großheubacher Winzer
jedoch bauen ihre Weine eigenständig aus und sind alle Direktvermarkter.
Dies erklärt die Vielfalt
der Großheubacher Weine. Die Vermarktung unserer Weine
ist vielseitig:
Terroir
Der Begriff „Terroir“ vereint die wichtigsten Faktoren, die
verantwortlich für die Weinqualität sind: Die Kombination van Rebsorten
und Boden, unter der Berücksichtigung des existierenden Kleinklimas und
der wachsamen Pflege durch den Winzer. Kommt jetzt noch die Leidenschaft
mit ins Spiel, können große Weine entstehen. Sie sind großartige
Kunstwerke - nicht reproduzierbar, sondern einzigartig.
Aromen
Wein mit allen Sinnen genießen...
Wein verkosten und
genießen ist ein wunderbares und leichtes Vergnügen - seinen Geruch und
Geschmack zu beschreiben, ist weitaus schwieriger. Die Weintraube ist
die einzigste Frucht, die andere Früchte oder Aromen geschmacklich
nachbildet. Die Muskatnote eines Müller-Thurgaus oder die Kirscharomen
eines Spätburgunders sind noch recht einfach zu erkennen.
Wissenschaftlich sind ca. 500 verschiedene Weinaromen nachgewiesen. Die
Grundlage dieser Aromen ist das Zusammenspiel von Boden, Klima, Rebsorte
und letztendlich der Pflege und Innovationsfreude unserer Winzer und
Kellermeister. Das Auge erkennt Transparenz und Tonung, die Nase
schnuppert Intensität und Aromen. Im Geschmack erkennen Sie dann das
Zusammenspiel von Süße, Säure, Gerbstoffen und Alkohol. Das natürliche
Aroma aus der Traube, meist blumig oder fruchtig wie bei den heimischen
Früchten Kirsche und Pflaume, nennt man Primararomen. Aromen, die
während der Gärung entstehen, nennt man Sekundararomen. So duftet ein
junger, kühlvergorener Wein oft nach exotischen Früchten wie Banane,
Ananas oder Mango. Je älter die Weine werden, desto mehr wandeln sich
die wahrgenommenen frischen Früchte zu gekochten und später zu
getrockneten Früchten - die sogenannten Tertiäraromen.
Arbeiten im Weinberg
Die vielfältigen
Arbeiten während einer Vegetationsperiode bleiben dem Weinliebhaber
zumeist verborgen. Sie bilden jedoch das Fundament für die Qualität der
Weine. Sorgsam und Qualitätsbewusst ausgeführte Weinbergarbeiten sind
der Garant für hervorragende Weine.
Nach der Lese ist es die
Kunst des Kellermeisters möglichst viel von den Inhaltstoffen der Traube
zu bewahren und für Sie im Wein lebendig werden zu lassen.
Kleinklima
- Der Weinbau in Großheubach ist durch beste klimatische
Voraussetzungen sehr begünstigt. Die durchweg nach Süden ausgerichteten
Hänge erhalten optimale Wärmezufuhr durch intensive Sonneneinstrahlung.
- Das Mikroklima der Terrassenweinberge begünstigt eine verlängerte
Vegetationsperiode und vermindert die Frostgefahr.
- Die Wasserversorgung der Reben ist in der Regel das ganze Jahr über
gesichert.
- Der Wind kann durch die hangparallele Zeilung das Bestandsklima
nicht ausblasen.
- Das Terroir der Großheubacher Weinlagen bietet besonders für
spätreifende Rebsorten das beste klimatische Potential zur Produktion
hochwertiger Weine.
| Klimadaten (langjährige Mittelwerte): |
Franken |
Großheubach |
| Jahrestemperatur |
9 °C |
10,7 °C |
| Kältester Monat |
0 °C |
1 °C |
| Frostfreie Tage |
180 |
ca. 200 |
| Sonnenstunden / Jahr |
1.503 h |
1.335 h |
| Niederschlag |
605 mm |
665 mm |
Fauna und Flora
Die über Jahrhunderte ohne Mörtel
aufgesetzten Weinbergmauern bieten einzigartige Öko-Nischen für eine
teilweise vom Aussterben bedrohte Artenvielfalt. Viele wärmeliebende
Tier- und Pflanzenarten finden ihren Lebensraum in den sonnenverwöhnten
Hang- und Terrassenlagen des „Großheubacher Bischofsberg“.
Der
Weinberg gilt mit seinen Begleitbiotopen als Artenreservoir hoher
ökologischer Wertigkeit.

Seit dem Jahr 2005 schmücken mehrere
Mandelbäumchen die heimischen Weinlagen. Sie wurden im Rahmen der Aktion
„Gehölze - prägende Bestandteile von Weinbergen“ in Zusammenarbeit mit
dem Amt für ländliche Entwicklung gepflanzt.
Steinschütte
Steine, die aus dem felsigen Untergrund bei der Bewirtschaftung zutage
getreten sind, werden am Rande des Grundstücks abgelagert. Über viele
Generationen hinweg werden die von den Grundstücken links und rechts
abgelesenen Steine hier aufgehäuft. Die Grundstücksgrenze verläuft meist
mitten durch die Schütte.
Heute haben die Steinschütten
wirtschaftlich keine Bedeutung mehr. Bis in die fünfziger Jahre gab es
gerade in diesem Bereich der Großheubacher Gemarkung sehr viele
Schütten. Die meisten wurden damals abgetragen und fanden als Unterbau
für die Wirtschaftswege Verwendung.
Trockenmauer
Trockenmauern werden in Weinbergen an
besonders steilen Hangabschnitten errichtet, wo sie einen nachhaltigen
und ökologischen Weinbau unterstützen. Das Mauerwerk besteht aus
Natursteinen, die ohne Zuhilfenahme von Mörtel gefugt werden. Vorwiegend
in Größe und Form unregelmäßige Lesesteine aus der Umgebung bilden das
Trockenmauerwerk.
Bedeutung für den Weinbau:
Die Trockenmauern heizen sich tagsüber
besonders durch die kurzwellige direkte Sonneneinstrahlung auf und
strahlen am Abend bis in die Nacht die gespeicherte Warme im
langwelligen Bereich wieder an die bodennahe Luftschicht ab und mindern
so die nächtliche Auskühlung der Weinbergflächen. Gleichzeitig
unterstützen Trockenmauern den Bodenschutz, indem sie den Bodenabtrag
durch die Erosionswirkung des Wassers vermindern. Bei anhaltendem
Niederschlag kann das Wasser zwischen den Lesesteinen austreten, ohne
Druck auf das Gemäuer auszuüben. Die Trockenmauer hat sich in den
terrassierten Weinbergen wegen ihrer Wasserdurchlässigkeit als stabiler
erwiesen als mit Mörtel verfugtes Mauerwerk. Eine handwerklich gut
gebaute Trockenmauer kann 100 Jahre und mehr überdauern.
Ökologischer Nutzen:
Die Trockenmauer bietet einen wertvollen
Lebensraum für verschiedene wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten, wie
beispielsweise für Eidechsen, Erdkröten und Wildbienen. In den Fugen des
Trockenmauerwerks findet man besondere Pflanzengesellschaften, die sich
an extreme Standortbedingungen angepasst haben, z. B. Hauswurze,
Mauerpfeffer und seltene Farngewächse.
Durch die Pflege der
Trockenmauern in den Terrassenlagen leisten die Winzer einen bedeutenden
Beitrag zur Erhaltung der heimischen Kulturlandschaft.
Zeittafel
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Römischer Einfluss auf den fränkischen
Weinbau nicht nachweisbar
ab 8. Jahrhundert
Nach der Christianisierung Verbreitung
des Weinbaus über die Kloster. Gründung des Bistums Würzburg 742 durch
den Hl. Bonifatius.
766 - 779
Erwähnung der Weinberge bei Munnerstadt,
bei Arnstein, zu Holzkirchen, Uttingen und bei Klingenberg. Karl der
Große schenkt der Abtei Fulda das Königsgut Hammelburg mit acht
Weinbergen. Erste Reben wachsen auch am Würzburger Stein.
9. - 11. Jahrhundert
Weinbau breitet sich sehr schnell über
das ganze Maintal und seine Nebentaler aus.
12. - 16. Jahrhundert
Größte Ausdehnung des Weinbaus auf ca.
40.000 ha. (Bayern heute ca. 5900 ha)
1254
Erste Erwähnung des Weinbaus in
Großheubach. Die Herren von Bickenbach und später die
Deutschordensherren ließen in Großheubach Wein anbauen.
17. Jahrhundert
Erster großer Rückgang des fränkischen
Weinbaus. Der dreißigjährige Krieg verwüstet ganze Landstriche. Die
klimatischen Erzeugungsbedingungen verschlechtern sich und das Bier wird
zum Volksgetrank.
18. Jahrhundert
Erneute Blütezeit des fränkischen
Weinbaus. Die Rebfläche beträgt ca. 16.500 ha. Frankenwein avanciert zum
„Modewein“.
19. Jahrhundert
Zweiter großer Rückgang des fränkischen
Weinbaus. Grunde: Auflösung der Klöster, Forderung französischer Weine
durch Napoleon, hohe Steuern, nur noch ca. 10.500 ha Rebfläche.
Um 1900
Dritter großer Rückgang des fränkischen
Weinbaus durch Industrialisierung, Emigration in die USA. 1880 erstes
Auftreten von Rebkrankheiten. 1902 wird die Reblaus eingeschleppt. Durch
die fränkische Realteilung ist eine wirtschaftliche Trauben- und
Weinerzeugung kaum noch möglich.
1959
In Franken nur noch 2.360 ha bestockte
Rebfläche!
1960 - 1970
Beginn des Wiederauflbaus durch
Beratung, Flurbereinigung. Förderung der Erzeugergemeinschaften und
Einsatz moderner Produktionsmittel.
1974
Einführung des Steillagenprogramms in
Erlenbach, Klingenberg und Großheubach.
Franken heute
Ca. 7.000 Winzerbetriebe bewirtschaften
rund 6.000 ha bestockte Rebfläche.
Großheubach heute ca. 56,4 ha
gesamte Rebfläche. Ein Drittel der Fläche in Steillage über 30 %.